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Right Said Fred

Maureen

Maureen

Right Said Fred ist eigentlich eine kleine Überraschung auf der neunziger Party in Oberhausen. Als wir angekommen sind sagte man uns leider müssen Right Said Fred gleich nach ihrem Auftritt weg und würden kein Interview geben können. Schade haben wir uns gesagt. Dann Plötzlich gleich nach dem Sie von der Bühne gekommen sind die große Überraschung sie haben sich dann noch kurze Zeit genommen ein paar Worte zu sagen. Also klasse fanden wir das schon.



Richard Fairbrass ist der Meinung, Songs zu veröffentlichen sei im Grunde wie Wetten beim Pferderennen. Man wisse nie welcher Song das Rennen mache und er glaube nicht, dass „I’m Too Sexy„ heute den gleichen phänomenalen Erfolg hätte wie damals, 1991. Das Jahr, in dem dieser Song - an dessen genaue Entstehung sich die Brüder heute gar nicht mehr erinnern können - RIGHT SAID FRED mit beängstigendem Tempo in den Charthimmel katapultiert. Quasi über Nacht entsteht ein Welthit. Der Song stürmt die #1 der Charts in über 30 Ländern – und eine Band, die genau genommen noch keine ist; eine Plattenfirma, die bis dato als Promotion-Agentur gearbeitet hat und ein Management, bestehend aus einer 19-jährigen Ex-Rezeptionistin, sind schlicht überfordert. Fred und Richard, zurück aus New York und eigentlich mit der Erfahrung etlicher Kollaborationen mit Musikern wie Dylan, Bowie und Jagger gerüstet, verlieren die Kontrolle über die Band im gleichen Maße, wie ihr irrealer Siegeszug voranschreitet. Die follow-ups „Don’t Talk Just Kiss„ und „Deeply Dippy„ (die erste UK #1 der Freds) jagen um die Welt und bereiten die Rennstrecke für den Sieg in der Königsdisziplin: das Debutalbum „Up„ schnellt von Null auf Eins in UK und verkauft sich unglaubliche 7 Millionen Mal. Platinstatus. In den folgenden Jahren produzieren RIGHT SAID FRED wie im Rausch erfolgreiche Nachfolger wie „Sex and Travel„, das vor allem in den USA glühende Verehrer findet, und mit einer weiteren Million verkaufter Einheiten Jahre ekstatischen Tourens ein-
läutet. Die Folgen solch atemberaubenden Triumphs sind aber nicht nur bizarr hohe Tantiemen-Schecks, sondern oft auch der Verlust der Bodenhaftung. „Wenn dir jeder sagt wie besonders du bist,
fängst du irgendwann an es zu glauben„, bringt Richard den fatalen Mechanismus auf den Punkt. Er-
lebnisse wie, dass ein Restaurant in Südafrika regelrecht und handgreiflich vom Personal leer geräumt wird, weil die berühmten Brüder dort essen möchten, hinterlassen Spuren. Ende der Neunziger sind Fred und Richard ausgebrannt - und zutiefst verunsichert ob des Erwartungsdrucks, den ein solches Maß an Verehrung auslöst. Obgleich die Versuche der Brüder ihre Dämonen zu konfrontieren extrem unterschiedlich ausfallen - Richard zieht sich zurück und igelt sich mit seinem Partner in England geradezu ein, während sich Fred, auch aufgrund schwerwiegender privater Probleme, in Drogen und Alkohol flüchtet – sind es vor allem die soliden Bande zwischen Brüdern, die die Band diese Zeit überstehen lässt. Sie, und die Liebe zur Musik. Als das mögliche Ende von RIGHT SAID FRED tatsächlich einmal zur Sprache kommt, braucht es genau eine gemeinsam komponierte Melodie, um das Thema abzuhaken. Fred und Richard Fairbrass wollen einfach das ihre Songs gehört werden und dabei ist ihnen der direkte Kontakt zum Publikum – ganz ohne zwischengeschaltete Instanzen - am wichtigsten. „Live-Shows sind der ehrlichste Weg, zu erfahren ob deine Musik funktioniert. Unser Ziel ist es, den Leuten eine gute Zeit zu bereiten – dafür arbeiten wir und ernten Erfolg, den wir jeden Abend live von der Bühne aus sehen können.„ Vor diesem Hintergrund erfahren der Vertrag mit BMG Berlin von 2000 und die Alben „Fredhead„ und „Stand Up„ eine neue Dimension. Nicht nur können RIGHT SAID FRED mit den Singles „Stand Up (For the Champions) und „You’re My Mate„ an frühere Erfolge anknüpfen, sondern es fühlt sich diesmal auch befriedigender an. Die Freds haben ein Label, das an sie glaubt, behalten den Überblick und vor allem: sie wissen jetzt was sie nicht wollen. „Ein Teil der speziellen Wahrnehmung von RIGHT SAID FRED ist selbst verschuldet„, gibt Fred zu. Anfang der 90er haben wir einfach getan was man uns gesagt hat. Hieß es ‚Zieht eure Shirts aus’, taten wir das und hieß es ‚Wir wollen „I’m Too Sexy 2„ und „Deeply Dippy 3„, dann kämpften wir nicht jeden Kampf bis ins Letzte. Daraus resultiert, dass viele unsere Alben nicht kennen. Sie begnügen sich mit den Hitsingles und können nicht wissen, dass wir auch leisere, weniger partytaugliche Songs schreiben. Interessanterweise stehen unsere Platten in den USA unter „Alternative„ - in Europa dagegen unter „Pop„ oder „Easy Listening„. Aber darüber zerbrechen wir uns nicht den Kopf – das ist ein Umstand, den man als Künstler am Ende nicht beeinflussen kann. Alles was ein Musiker wirklich hat, ist das Bekenntnis zu seinen Songs.„ Letztlich unbeirrt, gehen RIGHT SAID FRED ihren Weg, der bis heute mit beeindruckenden Chart-Platzierungen und unprätentiöser Begeisterung der Fans gepflastert ist. Und das, obwohl sie längst schon keine Musik mehr machen müssten um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. „Klar, wir könnten auch ein Haus in Frankreich kaufen und uns zur Ruhe setzen – aber wir investieren nun mal gerne in neue Ideen„, grinst Richard und Fred fügt hinzu: „..und uns die Köpfe kahl zu rasieren und regelmäßig Sport zu treiben, war sowieso die beste Entscheidung unseres Lebens. Wir bereuen nichts.„ Der einzige Grund also, warum es um die Band in den letzten Jahren etwas ruhiger war, ist, dass sie mit ihrer letzten Plattenfirma um die Rechte an ihren eigenen Songs streiten mussten und „I’m a Celebrity„ deswegen nur in Nordamerika veröffentlichen konnten. 2009 aber ist der Weg frei und RIGHT SAID FRED bedanken sich bei dem treuen Publikum in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit dem ersten „Best Of„ Album ihrer Karriere, das zunächst auch nur hier erhältlich sein wird. Aus einem überbordenden Pool von 6 Alben schöpfend, reiht das kommende „Best Of„ einen Lieblingssong an den anderen und wird mit seiner Zusammenstellung sowohl eingefleischte Fans als auch Sammler der Hitsingles glücklich machen. Und als Bonus gibt es zwei brandneue Songs, wobei „Sexy Bum„, die erste Single, ein weiteres Mal die vielleicht wirkungsvollste Stärke der Songwriter Fairbrass unterstreicht: Lebenslust und Humor. Oder wie sie selbst ausdrücken: „Je alberner es ist, desto mehr mögen wir es.„